03/28/2022
 5 Minuten

Diese 3 Uhren brauchen unbedingt ein Update!

Von Donato Andrioli
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Endlich ist es wieder so weit. Ob im Rahmen der bald stattfindenden Watches and Wonders Messe in Genf oder auf ganz auf eigene Faust über die hauseigenen Social Media Kanäle: Das Frühjahr steht bei den großen Uhrenmarken ganz im Zeichen von Neuheiten. Uhrenfans auf der ganzen Welt fiebern den neuen Uhren gespannt entgegen, die Gerüchteküche ist bereits am Brodeln. Doch abseits von Uhrenmessen, Wünschen und Gerüchten zeige ich Ihnen drei Uhren, die meiner eigenen Meinung nach jetzt unbedingt ein Update brauchen.  

Welche Uhren brauchen jetzt unbedingt ein Update?
Welche Uhren brauchen jetzt unbedingt ein Update?

1. Patek Philippe Nautilus 5711

Das Statement letztes Jahr war klar und deutlich: die Patek Philippe Nautilus 5711 wird eingestellt! Trotzdem hat es sich Patek Philippe nicht nehmen lassen, kurze Zeit später eine Variante der Genta-Legende mit olivgrünem Zifferblatt zu veröffentlichen – die wiederum auch ziemlich schnell wieder eingestellt wurde. Um die 170-jährige Zusammenarbeit mit Tiffany zu ehren, veröffentlichte Patek Philippe noch vor kurzem eine auf 170 limitierte Edition der 5711 mit türkisfarbenem Zifferblatt. Das erste Modell wurde für sage und schreibe 6,5 Millionen $ versteigert. 

Das bedeutet: Ein reguläres Stahl-Modell der ikonischen 5711 gibt es aktuell nicht mehr. Auch wenn die Uhr sowohl für mich als auch für viele Uhrenliebhaber unerreichbar ist, bin ich mir sicher: Die Uhrenwelt braucht einen Nachfolger der Patek Philippe Nautilus 5711. Und zwar in Stahl und mit dem typischen blauschwarzen Degradee-Zifferblatt. Zu wichtig ist dieses legendäre Exemplar für die Uhrenwelt. Selbstverständlich darf solch eine Ikone nicht allzu sehr verändert werden, das Gehäuse und das Armband sollten so gut wie unangetastet bleiben. Dennoch gibt es einige Verbesserungen, die Patek Philippe im Falle eines Nautilus-5711-Nachfolgers unbedingt angehen müsste: Mit einer besseren, robusteren Schließe wären die größten Kritikpunkte von Uhrenfans bereits ausgemerzt. Ein neues Werk, welches auf dem neuesten Stand der Technik ist und mindestens 70 Stunden Gangreserve bietet, sollte für den Patek-Philippe-Nautilius-5711-Nachfolger selbstverständlich sein. Mehr braucht es in diesem Falle gar nicht, um Uhrenfans glücklich zu machen. Patek Philippes Präsident Thierry Stern ließ vor Kurzem erst durchsickern: Markenfans dürfen sich dieses Jahr auf einige Überraschungen freuen – beglückt uns Patek Philippe also vielleicht doch schon bald mit einem Stahl-Nachfolger der 5711? Oder geht es um ganz andere Innovationen? Wir dürfen gespannt auf Neuigkeiten warten. 

Beglückt Patek Philippe Uhrenfans 2022 mit einer neuen Stahl-Nautilus?
Beglückt Patek Philippe Uhrenfans 2022 mit einer neuen Stahl-Nautilus?

2. Omega Seamaster Diver 300M

Die Omega Seamaster Diver 300M ist definitiv eine der aufregendsten Taucheruhren unserer Zeit. Trotzdem bin ich der Meinung, dass es höchste Zeit für ein Update der Taucher-Ikone ist. Dabei geht es mir persönlich gar nicht um die Technik. Zwar könnte Omega ein klein wenig an der Gangreserve schrauben – alles in allem ist die Omega Seamaster 300M technisch aber über jeden Zweifel erhaben und lässt viele, auch wesentlich teurere, Konkurrenten vor Neid erblassen. Bei zwei Dingen braucht es meiner Meinung nach aber ein großes Update: Das wäre zum einen eine neue Keramiklünette mit einer besseren Haptik – die Lünette der aktuellen Version lässt sich nicht so präzise drehen und fühlt sich beim Betätigen fast schon etwas billig an. Das wird der ansonsten tollen Omega Seamaster 300M alles andere als gerecht und fühlt sich bei einer Uhr dieser Preisklasse an wie ein Fremdkörper. Eine Keramiklünette mit einer besseren Bedienbarkeit und einer generell besseren Haptik wäre ein tolles Update, welches die Omega-Taucheruhr extrem aufwerten würde. 

Der zweite große Kritikpunkt ist in meinen Augen das Stahlarmband; dieses braucht dringend eine Neuauflage. Dass die Omega Seamaster 300M vor allem am Kautschukband extrem gut aussieht, ist bekannt. Der Grund, warum viele Uhrenliebhaber lieber darauf zugreifen, ist jedoch nicht nur die tolle sportliche Optik, sondern auch die Tatsache, dass das Stahlband nicht sonderlich beliebt ist. Viele Uhrenträger empfinden es optisch als altbacken. Ich würde mir ein Stahlarmband wünschen, welches mehr an das Armband der Omega Seamaster Aqua Terra angelehnt ist. Wäre das nicht toll? Ich glaube, das würde der Omega Seamaster 300M hervorragend stehen. Außerdem dürfte das den an sich schon frischen, modernen Look der Seamaster 300M nochmals enorm hervorheben. Dass früher oder später ein Update zu dieser ikonischen Uhr kommen wird, steht außer Frage – doch erfreut uns Omega bereits dieses Jahr mit der ultimativen Neuauflage ihrer beliebten Taucheruhr?  

Die Omega Seamaster 300M ist eine tolle, einzigartige Taucheruhr – trotzdem gibt es Verbesserungsbedarf
Die Omega Seamaster 300M ist eine tolle, einzigartige Taucheruhr – trotzdem gibt es Verbesserungsbedarf

Denken Sie jetzt, ich habe den Release der neuen grünen Omega Seamaster 300M verpasst? Das habe ich nicht! Allerdings finde ich persönlich, dass dieser Release nichts daran ändert, dass die Omega Seamaster 300M ein Update braucht. Ich hatte ein Update im Sinn, das ein neues Band und eine neue Lünette bietet. Dinge, die ich persönlich als Kritikpunkte wahrnehme, wobei mir auch andere Uhrensammler zustimmen. Omega hat mit dieser „Neuheit“ nur eine weitere Zifferblattfarbe, beziehungsweise ein ganz neues Colorway veröffentlicht, die Uhr an sich ist gleichgeblieben. Meiner Meinung nach ist das also kein Update, sondern mehr eine „Addition“, so wie Omega es auch nennt. 

3. Rolex Milgauss

Nun gibt es bereits seit mindestens zwei Jahren das hartnäckige Gerücht, dass die Rolex Milgauss eingestellt werden soll – trotzdem ist dies bis heute noch nicht passiert. Ehrlich gesagt frage ich mich, warum: Ich finde die Rolex Milgauss nicht nur altbacken, sondern auch ziemlich unproportioniert. Um es mal etwas überspitzt zu formulieren: Sie erinnert mich ein wenig an eine aufgeblasene Rolex Datejust, nur ohne das Datum. Der Blitzzeiger, der die Sekunden anzeigt, ist jedoch extrem interessant, einzigartig und ikonisch. Das war bereits bei der ersten Rolex Milgauss von 1956 ein markantes Merkmal. Wäre es nicht toll, wenn sich Rolex bei einem Update der Milgauss genau am Ur-Design von 1956 orientieren würde? Ich könnte mir die neue Rolex Milgauss dabei in zwei Zifferblatt-Varianten vorstellen: eine mit schwarzem – und eine mit weißem Zifferblatt. Beide würden über eine schwarze Keramiklünette mit rotem Dreieck verfügen. Passend dazu wären Zifferblatt-Elemente sowie der ikonische Blitz-Sekundenzeiger in Rot gehalten. 

Die Rolex Milgauss verdient ein Re-Design. Wie wäre es mit einer modernen Neuinterpretation des ersten Modells von 1956?
Die Rolex Milgauss verdient ein Re-Design. Wie wäre es mit einer modernen Neuinterpretation des ersten Modells von 1956?

Zwar würde ein komplett gebürstetes Oyster-Armband hervorragend den Tool-Aspekt meiner ausgedachten Rolex-Milgauss-Variante unterstreichen; aber auch ein völlig poliertes Äußeres könnte ich mir bei dieser außergewöhnlichen Rolex-Ikone sehr gut vorstellen. Technisch müsste Rolex jedoch alle Register ziehen. In Zeiten, in denen Omega seine Uhren mit Co-Axial Werken praktisch ganz nebenbei bis zu 15.000 Gauß antimagnetisch macht, dürfte die neue Rolex Milgauss nicht so schwachbrüstig daherkommen wie die aktuelle Version. Hier müsste Rolex definitiv nachziehen und mindestens das Gleiche bieten wie der ewige Konkurrent aus Biel: Antimagnetismus bis 15.000 Gaus, eine Gangreserve von mindestens 70 Stunden und zumindest eine Wasserdichte von 150 Meter sind ein Muss. Galt die aktuelle Rolex Milgauss immer schon als das „hässliche Entlein“ unter den Rolex-Uhren, würde ein solches Modell ein ziemlich starkes Comeback einläuten, welches wohl jeden Uhrenliebhaber auf Anhieb begeistern dürfte. Was halten Sie von meinen Gedanken, die ursprüngliche Rolex Milgauss aus 1956 in die Moderne zu transportieren? Meiner Meinung nach wäre es eine extrem interessante Veröffentlichung, die definitiv frischen Wind in die Uhrenwelt bringen würde. Finden Sie, es wäre zu viel des Guten? Dann könnte ich mir zumindest eine 40 mm Rolex Milgauss mit bombierter Lünette vorstellen, die ebenso auf rote Akzente setzt. Das wäre dann Rolex-typisch ein nicht allzu gewagtes Update zur aktuellen Variante.  


Über den Autor

Donato Andrioli

Als ich mit der Tudor Black Bay 41 meine erste mechanische Uhr kaufte, begann für mich eine neue große Leidenschaft. Besonders begeistern mich ikonische Uhren, die eine interessante Geschichte vorweisen können.

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