03/04/2019
 4 Minuten

Uhren mit Spitznamen, Teil 2

Von Bert Buijsrogge
Uhren mit Spitznamen, Teil 2

Uhren mit Spitznamen, Teil 2

Nachdem wir 2017 den ersten Artikel zu diesem Thema geschrieben hatten, stellten wir fest, dass in diesem Thema mehr steckt. Uhren bekommen ihre Spitznamen auf den verrücktesten Wegen: Mal ist es ein berühmter Träger oder die Ähnlichkeit mit einem Tier oder einem Gegenstand. Ganz gleich woher sie kommen, Spitznamen von Uhren haben fast immer einen eindeutigen Hintergrund. In unserem letzten Beitrag sprachen wir darüber, wie Uhren erst Jahre später zu ihren Spitznamen kamen, weil sich ihr Äußeres auf unvorhersehbare Weise verändert hatte. Mir sind in den letzten Jahren schon viele Fälle untergekommen, in denen Uhren große Aufmerksamkeit erhielten, die ich schlicht für defekt hielt. Aber eins nach dem anderen: Schauen wir uns ein paar weitere Uhren mit Spitznamen an.

Spitznamen aus der Tierwelt

Die Tierwelt ist eine der häufigsten Inspirationsquellen für Uhren-Spitznamen. Manchmal sind die Namen markenspezifisch, meistens jedoch beziehen sie sich auf das Design des Gehäuses. Die Fans von Seiko Taucheruhren gaben diesen einen interessanten Spitznamen: Tuna (Thunfisch). Die Sportuhren zeichnen sich durch große runde Gehäuse ohne Bandanstöße aus. „Tuna“ oder Thunfisch wirkt auf den ersten Blick etwas merkwürdig als Name für eine Uhr. Klar wird Ihnen das aber sicher, wenn Sie an eine „Thunfischdose“ denken.

Seiko Tuna

Seiko Tuna Taucheruhren sind speziell und polarisieren — man liebt sie oder man hasst sie. Als Fan habe ich mir vor vielen Jahren ein Exemplar gekauft und trage es von Zeit zu Zeit immer noch gerne. Ob Sie moderne Uhren oder Vintage-Uhren mögen, mit Quarz- oder mechanischen Werken: Mit einer Seiko Tuna werden Sie glücklich — vorausgesetzt Sie mögen das Design.

Seiko entwickelte im Laufe der Jahrzehnte einige Versionen der Tuna. Das Original, die Seiko 6159-7010, ist als „Grandfather Tuna“ bekannt, weil sie als erste da war. Heute werden Ihnen auch Namen wie Baby Tuna, Golden Tuna, und Darth Tuna begegnen.

Seiko Turtle

Andere Seiko Modelle haben ihre Spitznamen ebenfalls von Seelebewesen, z.B. der Meeresschildkröte. Verantwortlich hierfür ist die besondere Form des Gehäuses: es ähnelt dem Panzer des Tieres. Die Seiko Tuna und die Turtle kamen beide Mitte der 1970er-Jahre auf den Markt. Die erste Turtle trug die Referenznummer 6309.

Omega Seamaster Bullhead

Einige Spitznamen sind allgemeiner und beziehen sich nicht auf eine bestimmte Uhr. Der Begriff „Bullhead“ (Stierkopf) ist ein gutes Beispiel. Gemeint sind Uhren mit Chronographenfunktion, die im Design an eine klassische Stoppuhr angelehnt sind und bei welchen sich Drücker und Krone oben auf dem Gehäuse befinden. Ausnahmen bestätigen aber auch hier die Regel.

Wenn Sie nach einer Bullhead suchen, werden Sie eine Vielfalt an Modellen ganz verschiedener Hersteller finden. Die meisten stammen aus den 1970ern, einige Hersteller wie Omega und Citizen führen solche Modelle auch in ihren aktuellen Katalogen. Omega bietet beispielsweise eine limitierte Auflage der Bullhead Seamaster mit Co-Axial Hemmung. Ebenfalls als limitierte Auflage veröffentlichte Citizen die Quarz-Bullhead anlässlich des 100. Firmenjubiläums 2018.

Farbenfrohe Chronographen-Zeiger

Die 2018er Auflage der Speedy Tuesday Ultraman erinnert an den japanischen Superhelden. Die erste Speedmaster, die diesen Namen trug, war dieOmega Speedmaster 145.012 mit orangefarbenem Chronographen-Zeiger, nachdem der Superheld sie 1967 in der gleichnamigen Fernsehshow am Arm hatte.

Omega Speedmaster Ultraman

In Episode 8 von The Return of Ultraman, können Sie die Speedmaster recht deutlich etwa 33 Sekunden lang sehen — ungefähr bei Minute eins sogar bildschirmfüllend. Dieser Auftritt reichte aus, um der legendären Speedmaster ihren „offiziellen“ Spitznamen zu verpassen.

TAG Heuer Autavia Jo Siffert Collector’s Edition

TAG Heuer Autavia Jo Siffert Collector's Edition
TAG Heuer Autavia Jo Siffert Collector’s Edition

Noch eine Uhr mit einem herausstechenden Chronographen-Zeiger ist die TAG Heuer Autavia Jo Siffert Collector’s Edition. Siffert war Rennfahrer in den 1960er- und frühen 1970er-Jahren und einer der Stars der vielen legendären Rennfahrer jener Zeit. Man sagt, sogar Steve McQueen habe sich einige Tricks bei ihm abgeschaut. Sifferts Name hat eine feste Verbindung zur Heuer Autavia 1163T. Die kissenförmige Uhr mit dem Panda-Zifferblatt verfügt über blaue Applikationen an den Stundenindexen und einen unverwechselbaren blauen Chronographen-Zeiger. Doch was die Uhr wirklich besonders macht, ist die Position der Krone, die sich auf der linken Gehäuseseite befindet, während die Chronographen-Drücker weiterhin auf der rechten Gehäuseseite zu finden sind. TAG Heuer brachte vor Kurzem eine neue, limitierte Auflage der Jo Siffert auf den Markt, basierend auf der Interpretation von Jochen Rind aus dem Jahre 2017.

Uhren mit Spitznamen gibt es in allen Formen und Größen und in allen Preisklassen. Man kann sicher diskutieren, was „erschwinglich“ in diesem Zusammenhang heißt, aber eine historische Uhr für unter 1.000 EUR zu bekommen ist für mich schon ein Schnäppchen.

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Über den Autor

Bert Buijsrogge

Ich arbeitete 15 Jahre in der Immobilienbranche. In den letzten Jahren habe ich meine Leidenschaft für Uhren und Fotografie dann zum Beruf gemacht. Ich habe mich …

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