12/06/2023
 4 Minuten

The Love We Share: Wie die Seiko „Sumo“ SBDC001 zur wichtigsten Uhr in meiner Sammlung wurde

Von Jorg Weppelink
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Die Seiko „Sumo“, der ich meine Karriere verdanke

Welche meine wichtigste Uhr ist? Das ist glasklar. Am meisten bedeutet mir meine Seiko „Sumo“ SBDC001. Ob sie meine Lieblingsuhr ist? Nein, sie ist weder meine Lieblingsuhr noch ist sie das beeindruckendste Stück meiner Sammlung. Dennoch ist sie mit Abstand die wichtigste Uhr für mich. Warum? Weil sie den Startschuss für meine Karriere in der Uhrenbranche gab. Und bis heute kehrt sie immer wieder an mein Handgelenk zurück und fasziniert mich jedes Mal aufs Neue. Meine Seiko „Sumo“ hat mich während meiner gesamten Reiser durch die Uhrenwelt begleitet.

Wie ich mein Herz für Uhren entdeckte

Ernsthaftes Interesse an Uhren begann ich um das Jahr 2003 herum zu entwickeln, also vor etwa zwanzig Jahren. Damals zog ich nach Den Haag in den Niederlanden und traf Robert-Jan Broer, den Gründer des niederländischen Uhrenmagazins Fratello. Wir wurden schnell sehr gute Freunde und Robert-Jan teilte sein immenses Wissen und seine Begeisterung für Uhren mit mir. Sein besonderer Liebling war die Omega Speedmaster Professional Moonwatch. Auch ich begeisterte mich schnell für die mechanischen Wunderwerke, und sie nahmen schnell eine zentrale Stellung in meinem Leben ein.

Why the Sumo? Because it was the kick-starter for his career.
Warum die Sumo? Sie war der Startschuss für seine Karriere.

Bei aller Begeisterung für Uhren war es eine ständige Herausforderung, das nötige Kleingeld dafür aufzubringen. Neben den Uhren hatte ich auch noch andere Interessen, wie die Musik, die ebenfalls eine Stange Geld kosteten. Als Berufsanfänger musste ich mir gut überlegen, wofür ich mein Geld ausgeben wollte. Außerdem hatte ich mir in den Kopf gesetzt, eines Tages entweder eine Omega Speedmaster Professional Moonwatch oder eine Rolex Sea-Dweller mein Eigen zu nennen. Anfang der 2000er-Jahre waren diese beiden Uhren zwar noch nicht so teuer wie heute, aber dennoch teuer genug.

Die erste mechanische Uhr kam unerwartet

Am Ende waren es weder die Speedmaster noch die Sea-Dweller, die mein Interesse in Leidenschaft verwandelte. Eines Tages fragte mich Robert-Jan, ob ich seine Seiko SBDC001 geschenkt haben wolle. Diese sogenannte „JDM“-Version aus dem Jahr 2007 war nur japanischen Kunden vorbehalten („JDM“ steht für „Japanese Domestic Market“) und ist auch heute noch eine der aktuellsten Taucheruhren von Seiko. Wie viele andere Seiko-Taucheruhren bekam auch die SBDC001 von ihren Fans einen Spitznamen verpasst, in diesem Fall „Sumo“. Wie sie auf den Namen kamen, darüber gibt es verschiedene Theorien. Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Silhouette der SBDC001 an die imposante Statur eines Sumo-Ringers erinnert.

Nachdem Robert-Jan mir seine Sumo geschenkt hatte, wurde sie mir ein treuer Begleiter im Alltag. Bis dahin hatte ich wenig Wert auf meinen Handgelenkschmuck gelegt – da waren verschiedene G-Shock-Modelle und einige mehr oder weniger durchschnittliche mechanische Uhren. Robert-Jan wusste, dass die Seiko das ändern würde. Sie beeindruckte mich von Anfang an durch ihre Verarbeitungsqualität und ihre Ausstrahlung. Obwohl Robert-Jan mir auch das zugehörige Edelstahlarmband geschenkt hatte, trug ich die „Sumo“ immer an einem schwarzen Seiko-Kautschukarmband. Das Originalarmband ist eher Mittelmaß und außerdem fand ich das Kautschukarmband schöner. Die Sumo wurde für einige Jahre zu meinem täglichen Begleiter. In dieser Zeit machte etwas in mir Klick, und aus meinem eher beiläufigen Interesse für Uhren wurde eine echte Leidenschaft.

The Seiko SBDC001 impressed Jorg with its build quality and overall appeal.
Die Seiko SBDC001 beeindruckte Jorg durch ihre Verarbeitungsqualität und ihre Ausstrahlung.

Was ist so besonders an der Sumo?

Warum ist die Sumo denn nun so etwas Besonderes? Wie so oft bei Uhren, steckt der Teufel im Detail. Auf den ersten Blick ist die Uhr nur eine von vielen Taucheruhren, die sich lediglich durch die etwas eigentümliche Schriftart der Ziffern auf dem Lünetteneinsatz von anderen unterscheidet. Dieses bedeutende Detail war zunächst etwas gewöhnungsbedürftig. Aber ich liebe die ausgeprägte Präsenz meiner Seiko, sie macht die Uhr in hohem Maße aus.

Dasselbe gilt für das große 45-mm-Gehäuse, dem die geschwungenen Bandanstöße eine schöne Form verleihen. Aus dem richtigen Winkel betrachtet, werden die eleganten Linien deutlich, in denen die facettenreichen Gehäuseseiten nahtlos und scheinbar natürlich in die Bandanstöße übergehen. Ein weiteres großartiges Designelement ist die Lünette, die leicht in das Gehäuse eingelassen ist. Das Ergebnis ist ein mehrschichtiges und relativ schlankes Profil, wodurch sich die Uhr trotz ihrer beachtlichen Größe ziemlich bequem tragen lässt. Mit der charakteristischen Krone bei 4 Uhr, den schicken Zeigern und dem auffälligen Lünettendesign sind die Gestaltungselemente der Sumo gut aufeinander abgestimmt und ausgewogen, bieten aber dennoch viele bemerkenswerte Details. Das macht sie zu einer der besten modernen Taucheruhren aus dem Hause Seiko.

Wie meine Sumo meine Karriere geprägt hat

Die Sumo war der Grundstein meiner Uhrensammlung und weckte in mir die Lust auf mehr. Außerdem führte meine Begeisterung für mechanische Uhren im Allgemeinen und für die „Sumo“ im Besonderen indirekt dazu, dass ich begann, Artikel über Uhren zu schreiben. Da ich von Haus aus Journalist bin, lag es immer nahe, über etwas zu schreiben, wofür ich brenne. Früher schrieb ich über Musik, rezensierte neue Alben und Live-Konzerte und führte Interviews mit Musikern. Allerdings war das immer eine Nebenbeschäftigung zu meinem eigentlichen Job. Als sich 2016 die Chance bot, für das Chrono24 Magazin zu schreiben, ergriff ich die Gelegenheit beim Schopf. Zuerst war es nur ein kleiner Nebenverdienst, während ich hauptberuflich in einer Designerfirma im Bereich Designstrategie arbeitete. Im Jahr 2019 wurde dann aus der Arbeit für das Chrono24 Magazin und Fratello ein Vollzeitjob. Für die beiden zu schreiben, war definitiv eine der besten Entscheidungen meines Lebens, und ich habe sie nicht ein einziges Mal bereut.

For Jorg it's a reminder of a special connection.
Sie erinnert Jorg an eine besondere Verbindung.

Und die Sumo? Als meine Sammlung wuchs, trug ich meine Sumo zeitweise seltener. Aber immer, wenn ich sie in die Hand nehme, ist es, als hätte sich nie etwas geändert, und ich denke an die besondere Verbindung zwischen uns. Meine Sumo ist auch meine einzige Uhr, die immer wieder neue Armbänder bekommt – und jedes Mal verliebe ich mich neu in sie. Sie sieht mit so vielen verschiedenen Bändern großartig aus, dass es mich stets aufs Neue überrascht. Aber vor allem ist sie die eine Uhr in meiner Sammlung, die die Geschichte meines Lebens in der Welt der Uhren am besten erzählt. Und deshalb ist die Seiko SBDC001 „Sumo“ die wichtigste Uhr in meiner Sammlung.


Über den Autor

Jorg Weppelink

Hallo, ich bin Jorg und schreibe seit 2016 Artikel für Chrono24. Meine Beziehung zu Chrono24 reicht jedoch deutlich weiter zurück, denn meine Liebe zu Uhren erwachte …

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