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Taucheruhren: Von Sportuhren zu wahren Legenden

Jorg Weppelink
17.06.2019
Taucheruhren: Von Sportuhren zu wahren Legenden

 

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Uhren auf dem Markt. Sportuhren sind die wahrscheinlich beliebtesten unter ihnen und Taucheruhren sind ganz besonders begehrt. Sie sind weit mehr als Tool-Watches zum Tauchen. Einige von ihnen gehören zu den legendärsten Uhren überhaupt. In diesem Artikel werfen wir einen Blick darauf, was genau eine Taucheruhr ausmacht und zeigen Ihnen einige der wichtigsten Modelle.

Bevor wir uns mit den Highlights aus der Reihe der Taucheruhren befassen, betrachten wir zuerst, was eine Taucheruhr genau definiert. Laut Berner’s Illustrated Professional Dictionary of Horologydarf sich eine Uhr Taucheruhr nennen, wenn sie „ einem Tauchgang von mindestens 100 m standhält und den Anforderungen der ISO-Norm 6425 entspricht.“ Gut – 100 m Tiefe ist klar. Was aber ist die ISO-Norm 6425? Die „International Organization for Standardization“ (ISO) setzt die Standards für verschiedene Industriezweige weltweit. In dieser speziellen Norm ist festgelegt, wie eine Taucheruhr definiert ist. So muss es mit der Uhr möglich sein, Tauchzeiten von bis zu einer Stunde in 5-Minuten-Schritten einzustellen. Außerdem muss der Taucher die Uhrzeit aus einer Entfernung von 25 cm in absoluter Dunkelheit ablesen können. Zu guter Letzt muss eine Taucheruhr natürlich auch wasserdicht und aus korrosionsbeständigem Material gefertigt sein.

Die ISO-Norm wurde 1996 verabschiedet. Viele moderne Taucheruhren leisten aber wesentlich mehr, als in den Spezifikationen bestimmt wurde. Außerdem gab es Taucheruhren schon vor 1996 und der Sekundärmarkt ist voll von Klassikern, deren Leistung dazu beigetragen haben, die heutigen Standards festzulegen. Sehen wir uns drei Taucheruhren-Ikonen einmal genauer an und schauen, wie sie ihren Status im Markt der Luxusuhren erlangt haben. Im Anschluss präsentieren wir Ihnen ein neueres Modell, welches das Potenzial hat, ein moderner Klassiker zu werden.

 

Blancpain Fifty Fathoms, Image: Image: Bert Buijsrogge
Blancpain Fifty FathomsFoto: Bert Buijsrogge

 

Blancpain Fifty Fathoms

Die Blancpain Fifty Fathoms wurde 1953 vorgestellt. Jean-Jacques Fiechter, der damalige CEO von Blancpain, hatte die Uhr gemeinsam mit dem Kapitän Robert Maloubier und dessen Leutnant Claude Jean Riffaud entworfen. Beide standen im Dienst der Nageuers de combat, einem französischen Taucherkommando. Nach einem Treffen der drei Männer, begann Blancpain mit der Entwicklung der Fifty Fathoms. Im Jahr 1953 wurden die ersten 20 Exemplare zu Testzwecken ausgeliefert. Nach erfolgreichem Test, wurde sie bald darauf zur offiziellen Uhr der französischen Kampftaucher. Andere Militärs folgten dem Beispiel und so nahm die legendäre Geschichte der Blancpain Fifty Fathoms ihren Lauf. Mittlerweile gibt es eine ganze Serie der Uhr, sie ist nach wie vor das wichtigste Modell der Marke. Die Varianten reichen von der modernen Bathyscaphe bis hin zu eher klassischen Modellen wie die Fifty Fathoms Automatique. Sollten sie eine moderne Version des Originals suchen, ist die Fifty Fathoms Nageurs De Combat das passende Modell für Sie. Sie ist eine Hommage an die erste moderne Taucheruhr und den Beginn einer großen Ära in der Geschichte der Uhrmacherei.

 

Rolex Submariner 116619
Rolex SubmarinerFoto: Bert Buijsrogge

Rolex Submariner

Auch wenn die Geschichte großer Taucheruhren mit der Fifty Fathoms begann, so ist die Rolex Submariner das wesentlich bekanntere Modell und die berühmteste Luxusuhr überhaupt. Viele halten sie deshalb für die erste moderne Taucheruhr – zu Unrecht, wie wir wissen. Die Geschichte der Rolex Submariner beginnt ebenfalls in den frühen 1950er-Jahren. René P. Jeanneret – damals Direktor von Rolex und in der Freizeit Amateurtaucher – gab den Anstoss dazu, eine Taucheruhr zu entwerfen, die elegant genug sein sollte, um auch im Alltag getragen werden zu können. Im Jahr 1953 war es dann soweit und das erste Modell war fertiggestellt. Rolex wartete aber noch bis zur Basel Watch Fair 1954 (heute bekannt als die „Baselworld“), auf der die ersten beiden Submariner-Uhren präsentiert wurden. Eine Legende war geboren. Das Faszinierende an der Submariner ist vor allem, wie wenig das Design im Laufe der Jahrzehnte verändert wurde. Natürlich hat Rolex viele Verbesserungen an Technik und Material vorgenommen, der Look wurde jedoch kaum verändert. Im Wesentlichen können Sie hier entscheiden, ob Sie eine Submariner mit oder ohne Datumsanzeige bevorzugen.

 

 

Omega Seamaster Ploprof, Image: Bert Buijsrogge
Omega Seamaster PloprofFoto: Bert Buijsrogge

 

Omega Seamaster Ploprof

Seit ihrer Einführung im Jahr 1971, genießt die Ploprof Legendenstatus. Die Bezeichnung „Ploprof“ kommt von der Abkürzung von plongeur professionnel(französisch für Berufstaucher). Omega hat die Seamaster Ploprof 600 als extrem robuste, wasserbeständige, lesbare und zuverlässige Uhr für Profi-Taucher in der Ölindustrie und Seefahrt entworfen. Um sicherzustellen, dass die Ploprof den höchsten Anforderungen gerecht wird, arbeitete Omega mit den legendären COMEX-Tauchern und dem weltberühmten Jacques Cousteau zusammen. Das Gehäuse der Ploprof ist aus einem Stück Edelstahl gefertigt. Sie hat eine einzigartige Krone, die mit einem Verschluss-Riegel gesichert ist. Eines der berühmtesten Features der Uhr ist die feststellbare Lünette, die mit einem großen Drücker bedient wird. Weitere interessante Details sind die polygonale Form der Ploprof und das Mesh-Armband. Das aktuelle Modell ist die Seamaster Ploprof 1200M. Sie ist im Grunde genommen eine überarbeitete Version des Originals, das mit verbesserten Spezifikationen ausgestattet ist.

Squale 2002

Als Uhrenmagazin finden wir es wichtig, von Zeit zu Zeit Marken vorzustellen, die nicht jedem bekannt sind. Eine dieser Marken ist Squale, die sich in der Uhrmacher-Szene bereits einen Namen gemacht haben. Das Unternehmen Von Buren S.A. gründete Squale im Jahr 1945 als Zulieferer für Uhrenteile. Zu den ersten Kunden gehörte Blancpain, sie verbauten die Komponenten in ihrer Fifty Fathoms. Damit hatte Squale einen großen Anteil an der Entwicklung von Taucheruhren und ihrem Aufstieg in der Mitte des 20. Jahrhunderts. Später begann Squale mit der Produktion eigener Uhren und konzentrierte sich dabei komplett auf die Herstellung von Taucheruhren. Das Design der aktuellen Squale 2002 ist inspiriert von den 1970er-Jahren. Die Uhr hat eine schöne Präsenz am Handgelenk, wozu auch das Milanaise-Armband und die kräftigen Farben der Lünette beitragen. Sie kann aber weit mehr, als nur gut auszusehen. Die Wasserbeständigkeit von 1.000 m Tiefe erfüllt die Standards moderner Taucheruhren mit Leichtigkeit. Zwar genießt Squale nicht den Legendenstatus anderer Hersteller – verdient hätte es die Marke aber allemal. Die Squale 2002 ist das perfekte Beispiel für eine Taucheruhr, die das Potenzial hat, sich bei den anderen Ikonen aus diesem Artikel einzureihen. Ob das auch gelingt, wird die Zeit zeigen …

 

 

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Von Jorg Weppelink
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