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Ist die Breitling Navitimer 8 eine richtige Navitimer?

Zwei Männer, zwei Meinungen

Chrono24
14.05.2018
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One Watch Two Opinions Breitling Navitimer 8
Chrono24
14.05.2018

 

Die Dinge im Unternehmen Breitling verändern sich rasant. Ausschlaggebend hierfür ist die Besetzung von Georges Kern als neuem CEO. Zuvor war Kern CEO bei IWC und Head of Watches bei der Richemont-Gruppe. Zweifellos war es an der Zeit, den Breitling-Katalog zu überarbeiten und ihm neues Leben einzuhauchen. Neben Neu-Auflagen einiger Klassiker wurde mit der Navitimer 8 eine komplett neue Kollektion vorgestellt und damit die Erweiterung einer der berühmtesten Breitling-Serien.

Die Navitimer 8 gibt es in verschiedenen Varianten, mit dabei eine einfache Version mit drei Zeigern. Der Chronograph ist wahlweise mit dem Inhouse-Kaliber Breitling B01 oder dem bewährten ETA 7750 Kaliber ausgestattet. Die Modelle sind leicht zu unterscheiden: Bei der B01-Version sind die Hilfszifferblätter im klassischen Reverse-Panda-Design vom Hauptzifferblatt abgesetzt. Bei der ETA-Variante verfügen die Zifferblätter über die gleiche Farbe.

Wir haben Robert-Jan Boer und Oliver Siegle nach ihrer Meinung zur neuen Navitimer 8 befragt.

Breitling Navitimer 8 B01 Chronograph

Breitling Navitimer 8 B01 Chronograph, Foto: Breitling

 

Robert-Jan:

Eines vorweg: Für Puristen ist die Navitimer 8 nichts. Hier passt die legendäre Navitimer 1 mit dem klassischen Look der Modelle der 1950er-Jahre besser, vor allem die Versionen mit B01-Kaliber. Die Navitimer 8 mit ihrem modernen und klaren Design zielt auf neue Breitling-Interessenten ab.

Das ist durchaus clever gedacht und umgesetzt. Trotz der bekannten rotierenden Lünette mit einem Index, ist das neue Modell doch sehr ungewohnt für mich. Ich würde mich als Semi-Purist bezeichnen. Innovation und Weiterentwicklung finde ich wichtig, bestimmte Elemente gehören für mich aber bei den Klassikern einfach dazu. Hier fehlt mir auf jeden Fall der Rechenschieber des Originals. Zwar gab es die bei einigen neueren Navitimern auch nicht, das macht es aber nicht besser oder passender. Auch wenn es in den 1980er-Jahren sogar schon digitale Varianten gab, die den Namen Navitimer trugen.

 

 

Andererseits ist sie auf jeden Fall eine schöne Uhr. Und sie gefällt den Leuten, denn die Verkaufszahlen sehen gut aus. Ähnlich wie bei anderen Marken war die Breitling-Kollektion mit all ihren Modellen und Modellbezeichnungen schon etwas unübersichtlich geworden. Das Ganze etwas zu entwirren und die neue Navitimer mit Ziffer zu kennzeichnen, war ein logischer Schritt von Georges Kern. Die Navitimer 1 ist in Design und Benennung eine schöne Reminiszenz an die original Navitimer der 1950er-Jahre. Das 3-Zeiger-Modell kommt in verschiedenen Varianten: die große 50-mm Super 8 B20, eine 41-mm Version mit Tagesdatum, eine 43-mm Unitime-Variante mit 24 Zeitzonen und eine schlicht gehaltene Version aus Edelstahl oder mit PVD-Beschichtung.

Die Navitimer 8 mit Kaliber eines Drittanbieters startet bei 3.600 EUR, die Variante mit dem Inhouse B01-Chronographenwerk in Stahl kostet 7.000 EUR. Ich würde mich hier für die Navitimer mit B01-Kaliber oder für die elegante 3-Zeiger-Version in schwarzem Stahl entscheiden.

Bei einem Preisunterschied von gerade mal 600 EUR zwischen der Navitimer 8 B01 und der Navitimer 1 B01, jeweils mit Lederarmband, würde ich ganz klar die Navitimer 1 B01 wählen und die 600 EUR mehr gerne bezahlen.

 

Oliver:

Ist die neue Navitimer 8 eine richtige Navitimer? Als Purist würde man das klar verneinen. Als Liebhaber schöner Uhren könnte man aber sagen: Was soll’s? Würden alle Hersteller ihre Kollektionen ausschließlich für Minimalisten und Sammler von Klassikern entwerfen, so gäbe es vermutlich fast nur noch 37-mm-Uhren (die ich schon mal nicht tragen könnte), Radium-beschichtete Zeiger und verblassende Zifferblätter von mäßiger Qualität. Begehrte Klassiker würden nie überarbeitet und verändert und die Zielgruppe wäre immer dieselbe und relativ klein.

 

Breitling Navitimer 8 Chronograph

Breitling Navitimer 8 Chronograph, Foto: Breitling

 

Auch wenn die neue Breitling Navitimer 8 keine „richtige” Navitimer ist – es ist einfach eine schöne Armbanduhr. Vielmehr wird von den meisten Käufern auch nicht gesucht. Bei Sport-Chronographen gefällt mir eine Größe zwischen 42 und 44 mm am besten, die Navitimer 8 wäre hier also schon mal mit dabei. Auch ist es gut, die Wahl zu haben zwischen einer Premium-Version mit Inhouse-Kaliber und einer etwas günstigeren Version mit einem ebenso zuverlässigen ETA-Werk. Bleibt noch der fehlende Rechenschieber. Mir gefällt die Uhr ohne besser. So ist sie ein sehr klar und schnörkellos designter Sport-Chronograph und davon gibt es nicht sehr viele.

Insgesamt würde ich sagen, dass die Navitimer 1 und 8 zwei grundsätzlich verschiedene Modelle sind. Wäre ich auf der Suche nach einem der absoluten Uhrenklassiker, so würde ich mich für die Navitimer 1 entscheiden. Soll es aber ein moderner Sport-Chronograph sein im zeitgemäß unauffälligen Design, ist die Navitimer 8 die perfekte Wahl.

 

Lesen Sie mehr:

Legendäre Uhren: Breitling Navitimer

Baselworld 2018: Die neuen Breitling-Modelle

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