12/02/2022
 7 Minuten

In diese 5 Rolex-Uhren sollten Sie 2023 investieren

Von Jorg Weppelink
Rolex-Investments-2023-2-1

Was die Preisentwicklung bei Rolex-Uhren angeht, blicken wir auf ein interessantes Jahr zurück. Viele Referenzen verzeichneten nach dem ersten Quartal 2022 einen Preisrückgang. Manche betrachteten dies als eine „Preiskorrektur“ nach dem nicht enden wollenden Hype der letzten Jahre. Andere glaubten – oder hatten zumindest die Hoffnung –, dass dieser Preisrückgang zu einer allmählichen Normalisierung der Rolex-Preise führen würde. Schließlich kosten einige Rolex-Modelle noch immer das Zwei- bis Dreifache ihres Listenpreises. Die Preise mögen gesunken sein, liegen aber nach wie vor weit über Listenpreisniveau. 

Niedrigere Preise werfen zudem die Frage auf, ob sich der Kauf einer Rolex als Investitionsobjekt überhaupt noch lohnt. Wie ich schon immer sagte: Wer mit dem Kauf und Verkauf von Uhren nennenswerte Gewinne erzielen möchte, braucht einen langen Atem. Und bei der derzeitigen Marktlage gibt es dafür auch keinerlei Garantie. Wir möchten Ihnen dennoch fünf Rolex-Modelle vorstellen, deren Wert im Laufe der Zeit steigen könnte. Damit ist wohlgemerkt ein längerer Zeitraum gemeint. Wenn Ihre Investition eine ordentliche Rendite abwerfen soll, müssen Sie Geduld haben. Mit unseren fünf Tipps möchten wir Ihnen eine Auswahl an Uhren präsentieren, die in einem Jahr wahrscheinlich mehr kosten werden als jetzt. Bei einigen ist das recht offensichtlich, wohingegen andere Sie vielleicht überraschen werden. Also los, lassen Sie uns ein paar Prognosen aufstellen! 

1. Rolex GMT-Master II Ref. 16710

Letztes Jahr schloss ich meine Liste der investitionstauglichen Rolex-Uhren mit der berühmten Rolex GMT-Master 1675. Im Laufe der letzten zwölf Monate sind die Preise für diese Referenz gestiegen. Die Wertsteigerung war bemerkenswert, insbesondere in den letzten Monaten. Die 1675 ist also nach wie vor eine gute Wahl. Ich möchte diese neue Liste mit der modernen Version dieses klassischen Zeitmessers beginnen. Die Rolex GMT-Master II Ref. 16710, die von 1989 bis 2007 produziert wurde, war die letzte Referenz mit einer Aluminiumlünette, bevor Rolex im Jahr 2007 die Edelstahl-Ref. 116710 mit schwarzer Cerachrom-Lünette einführte. 

Innerhalb dieses langen Produktionszeitraums erschienen viele verschiedene Versionen der Uhr, darunter Modelle mit „Pepsi“- und „Coke“-Lünette sowie eine Version mit komplett schwarzer Lünette. Bei den ersten Modellen bis 1997 verwendete Rolex Tritium als Leuchtmittel, danach wurde auf LumiNova und ab dem Jahr 2000 auf Super-LumiNova umgestellt. Im Inneren der Uhr tickt das Rolex-Manufakturkaliber 3185. Dank dieses Uhrwerks war Rolex in der Lage, das Gehäuse im Vergleich zu den Vorgängermodellen schlanker zu gestalten. Einige der letzten Modelle aus 2007 verfügen sogar über das aktualisierte Kaliber 3186. Insgesamt ist diese GMT-Master eine tolle Option, wenn Sie auf der Suche nach dem klassischen Look sind, der die Rolex GMT-Master vor dem Einzug der Keramiklünette kennzeichnete. Wer eines der frühen Modelle mit Tritium-Leuchtmasse ergattern kann, besitzt eine fantastische Uhr mit Potenzial zum Klassiker. Aber ganz ehrlich: Alle Modelle mit der Referenz 16710 sind eine gute Wahl. Die Varianten mit blau-roter Lünette sind etwas erschwinglicher als Exemplare mit schwarz-roter Lünette, wobei der Preisunterschied aber auch nicht allzu groß ausfällt. Die Uhr ist einfach eine hervorragende Wahl und ab ca. 10.000 EUR zu haben. 

Always a great pick: the Rolex GMT-Master II ref. 16710
Immer eine gute Wahl: die Rolex GMT-Master II Ref. 16710

2. Rolex Submariner Ref. 16610

Die nächste Uhr, die ich Ihnen ans Herz legen möchte, habe ich schon einmal in dieser Artikelreihe vorgestellt. Es handelt sich dabei um die fabelhafte Rolex Submariner 16610. Wenn ich mir überlege, was man bei dieser Uhr für sein Geld bekommt und welches Wertsteigerungspotenzial in ihr steckt, scheue ich mich nicht, sie erneut in die Liste aufzunehmen. Die Referenz 16610 ist ein regelrechtes Schnäppchen, besonders im Vergleich zu den modernen Submariner-Referenzen mit Keramiklünette. Auf Chrono24 bekommen Sie die aktuelle Rolex Submariner 126610 für etwa 14.000 EUR, ihre etwas wuchtiger wirkende Vorgängerin mit der Referenz 116610 kostet etwa 11.000-12.000 EUR. Die Referenz 16610 ist ab etwa 8.500 EUR zu haben und damit deutlich günstiger. 

Schauen wir uns noch einmal an, was diese Uhr so großartig macht. Die Submariner 16610 wurde von 1988 bis 2010 produziert. Während dieser zwei Jahrzehnte führte Rolex immer wieder kleinere Aktualisierungen durch. Eine der bedeutendsten Veränderungen war der Wechsel von Tritium auf LumiNova und anschließend auf Super-LumiNova in den späten 1990er-Jahren. Wenn Sie eine Uhr mit etwas mehr Vintage-Ausstrahlung bevorzugen, schlage ich vor, Sie schauen sich die Tritium-Modelle an. Diese erkennen Sie leicht an der Inschrift „SWISS – T<25“ unten auf dem Zifferblatt. Bei den Modellen mit LumiNova steht auf dem Zifferblatt lediglich „SWISS”, wohingegen bei späteren Modellen mit Super-LumiNova „SWISS MADE“ zu lesen ist. Die Preise für eine Submariner 16610 beginnen bei ungefähr 8.500 EUR und können bis auf 14.000 EUR klettern. Eine Rolex für unter 10.000 EUR zu finden, ist heutzutage nicht leicht. Damit ist diese Uhr die ideale Wahl für preisbewusste Käufer.  

Rolex Submariner ref. 16610
Rolex Submariner ref. 16610

3. Rolex Datejust Ref. 16234

Wir bleiben bei den bezahlbaren Uhren und kommen zur Rolex Datejust. Die Datejust ist nicht nur eine preislich interessante Möglichkeit, in die Welt von Rolex einzusteigen, sondern auch eine tolle Uhr für praktisch jede Gelegenheit. Sie können die Datejust sowohl im Alltag als auch zu formellen Anlässen tragen. Für diese Liste habe ich die Datejust Ref. 16234 ausgewählt, die 1988 vorgestellt wurde. Diese Referenz war ein Schritt nach vorne für die Datejust, denn sie war mit einem modernen Saphirglas ausgestattet, versprühte aber dennoch das typische Vintage-Flair der älteren Datejust-Modelle. Die folgenden Generationen hatten breitere Bandanstöße, was die elegante Ästhetik der Datejust grundlegend veränderte. 

Die Referenz 16234 hat ein 36-mm-Edelstahlgehäuse mit einer geriffelten Weißgoldlünette und unterscheidet sich dadurch von der Referenz 16220 der gleichen Generation, welche mit einer speziell geriffelten Edelstahllünette ausgestattet ist. Beide Uhren eignen sich hervorragend zum täglichen Tragen. Für die Referenz 16234 habe ich mich entschieden, weil mir die Optik der Weißgoldlünette etwas besser gefällt. Aber das ist eine rein persönliche Vorliebe. Beide Referenzen sind eine gute Wahl und in einer Vielzahl von Zifferblattfarben und -konfigurationen erhältlich. Die Datejust 16234 bekommen Sie zum Beispiel mit schwarzem oder silbernem Zifferblatt und regulären Stundenmarkierungen, aber auch ein lachsfarbenes Zifferblatt mit römischen Ziffern zählt zu den Möglichkeiten. Für diese Version hatte ich schon immer eine Schwäche. Egal, welche Variante Ihnen gefällt: sie brauchen dafür keine Hypothek aufzunehmen. Die Preise für eine Datejust 16234 liegen zwischen etwa 4.500 EUR und 8.500 EUR, je nach Zustand und Seltenheit des Zifferblatts. Was Sie bei allen Varianten bekommen, ist eine Uhr im Vintage-Look mit den modernen Vorzügen, die Ihnen das Rolex-Kaliber 3135 und ein Saphirglas bieten. Ein wunderbarer Zeitmesser, dessen Beliebtheit mit der Zeit sicher noch zunehmen wird. 

Rolex Datejust ref. 16234
Rolex Datejust ref. 16234

4. Rolex Explorer II Ref. 16570

Die Rolex Explorer II Ref. 16570 war ebenfalls schon einmal in einem Artikel über Uhren mit Wertsteigerungspotenzial vertreten. Was mich an dieser Referenz am meisten fasziniert, ist die Tatsache, dass sie bereits ab einem Preis von rund 6.500 EUR angeboten wird –allerdings vorwiegend in Japan. Das ist sonst bei Sportuhren von Rolex selten der Fall. Das Modell könnte also eine gute Wahl sein, wenn Sie vorhaben, die Uhr zu tragen und gleichzeitig zu beobachten, ob sie im Laufe der Zeit an Wert gewinnt. Ich gehe stark davon aus, denn bei dieser Uhr handelt es sich um die letzte Explorer II mit 40-mm-Gehäuse. Sie wurde 1989 als Nachfolgerin der Referenz 16550 eingeführt und wies einige bedeutende Änderungen auf. Zunächst einmal stattete Rolex die Referenz 16570 mit dem berühmten Kaliber 3185 aus, was einen großen technischen Fortschritt darstellte. In den letzten Modellen dieser Referenz verbaute Rolex dann das Kaliber 3186, das einige kleinere Updates erhielt. 

Bevor sie 2011 durch die neue und größere Referenz 216570 ersetzt wurde, war die Explorer II Ref. 16570 insgesamt 22 Jahre lang fester Bestandteil des Rolex-Katalogs. Die Uhr war mit schwarzem Zifferblatt oder mit einem weißen „Polar“-Zifferblatt erhältlich. Bei der Version mit weißem Zifferblatt ersetzte Rolex die weißgoldenen Umrandungen der Stundenindizes durch schwarze. Das Ergebnis ist ein toller Kontrast. Auch die Leuchtmasse der Ref. 16570 wurde im Laufe der Jahre immer weiter verbessert: von Tritium über LumiNova bis hin zu Super-LumiNova. Die Preise für die Ref. 16570 beginnen bei etwa 6.500 bis 7.500 EUR für eine Uhr ohne Box und Papiere. Wer ein komplettes Set haben möchte, muss je nach Zustand 8.000 bis 11.000 EUR investieren. In Anbetracht der Preise der neueren Explorer-II-Modelle ist das ein sehr gutes Angebot. 

Rolex Explorer II ref. 16570
Rolex Explorer II ref. 16570

5. Rolex Explorer II Ref. 1655

Die letzte Uhr für heute ist eine weitere Rolex Explorer II, genau gesagt die erste Generation des Modells. Sie trägt irreführenderweise den Spitznamen „Steve McQueen“, obwohl man den Hollywood-Filmstar nie mit dieser Uhr gesehen hat. In jedem Fall handelt es sich hier um einen tollen Zeitmesser, der nicht umsonst von sich reden macht. Die Ref. 1655 wurde 1971 vorgestellt. Sie war eine Weiterentwicklung der Explorer-Linie und speziell für Höhlenforscher konzipiert. Das bemerkenswerte Design der Uhr wies deutliche Unterschiede zur regulären Explorer auf. Die Uhr ist mit einer 24-Stunden-Lünette und einem zusätzlichen Zeiger ausgestattet, der die Zeit auf einer 24-Stunden-Skala anzeigt. Bei dieser Funktion hatte Rolex an die Forscher gedacht, die bei längeren Höhlenaufenthalten Gefahr liefen, im ständigen Dunkel das Gefühl für Tag und Nacht zu verlieren. Praktischerweise lässt sich der zusätzliche Zeiger aber auch als GMT-Zeiger zur Indikation einer zweiten Zeitzone verwenden. 

Das eigenwillige Zifferblatt der 40-mm-Uhr ist zugegebenermaßen nicht immer leicht abzulesen. Es hat eine reguläre 60-Minuten-Skala mit hervorgehobenen Markierungen für die 5-Minuten-Abstände und extragroßen Markierungen bei 6, 9 und 12 Uhr sowie ein Datumsfenster bei 3 Uhr. Außerhalb der Minutenskala gibt es eine weitere Skala, welche die ungeraden Stunden der 24-Stunden-Skala markiert (diese sind auf der Lünette selbst durch schwarze Striche gekennzeichnet). Mit dieser Skala wollte Rolex die Anzeige einer zweiten Zeitzone auf der 24-Stunden-Skala mittels des großen orangefarbenen Zeigers ermöglichen. Die zweite Skala kann verwirrend wirken, aber oft mögen Rolex-Fans gerade diese gestalterischen Eigenheiten bzw. Merkwürdigkeiten ganz besonders. Ich persönlich liebe dieses Zifferblatt-Design, da es etwas Außergewöhnliches an sich hat und die Funktionalität einer GMT-Uhr bietet. Die Explorer II Ref. 1655 wurde bis 1988 produziert und dann durch die Ref. 16550 ersetzt. Diese brachte ein neues Design mit sich, das der Rolex Explorer II bis heute ihr typisches Aussehen verleiht. Die Ref. 1655 ist bei Rolex-Fans jedoch nach wie vor sehr beliebt. Die Preise für diese Uhr sind nicht annähernd so hoch wie die einiger anderer Klassiker. Am unteren Ende liegen sie zwischen 20.000 und 25.000 EUR, am oberen Ende zwischen 45.000 und 50.000 EUR, wenn Originalbox und Papiere vorhanden sind. Angesichts der Tatsache, dass einige Rolex-Ikonen noch viel höhere Preise erzielen, gehe ich davon aus, dass auch diese brillante Explorer II Ref. 1655 mit der Zeit im Wert steigen wird. 

Rolex Explorer II ref. 1655
Rolex Explorer II ref. 1655

Damit wäre unsere aktuelle Liste der investitionstauglichen Rolex-Uhren komplett. Ich wünsche Ihnen viel Spaß und gute Geschäfte! 


Über den Autor

Jorg Weppelink

Hallo, ich bin Jorg und schreibe seit 2016 Artikel für Chrono24. Meine Beziehung zu Chrono24 reicht jedoch deutlich weiter zurück, denn meine Liebe zu Uhren erwachte …

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