10/27/2022
 8 Minuten

Glänzend abtauchen – 5 aktuelle Taucheruhren aus Gold

Von Sebastian Swart
Rolex-Submariner-Date-2-1

Hand aufs Herz: Wer von Ihnen nutzt seine Luxus-Taucheruhr tatsächlich zum Tauchen? Würde man 100 Taucheruhrenträger befragen, läge die Quote derer, die diese Frage mit „Ja“ beantworten, prozentual wohl bei fast null. Längst sind die Zeiten vorbei, in denen Uhrengiganten wie Rolex, Blancpain oder Panerai ihre hoch spezialisierten Toolwatches zum harten Unterwassereinsatz an Marine und Militär verkauften. Wegen ihres ansprechenden und sportlichen Designs sind Taucheruhren hingegen seit Langem im Mainstream der modischen Accessoires angekommen. Besonders beliebt sind Edelstahlmodelle großer Hersteller, die mitunter zum Vielfachen ihres Listenpreises gehandelt werden. 

Doch warum eine Taucheruhr aus Edelstahl tragen, wenn man das Modell auch aus Gold – dem Symbol für Macht und Reichtum – bekommen kann? Auch auf den kürzlich stattgefundenen Geneva Watch Days 2022 konnten wir durchaus einen Gold-Trend erkennen. Natürlich mögen nicht alle Träger hochwertiger Luxusuhren den glanzvollen Auftritt einer Golduhr am Handgelenk – eine Erklärung für die vergleichsweise niedrige Nachfrage und die stabilen Preise solcher Ausführungen. Doch trotz mancher Unkenrufe zu auffälligen Uhren aus Gold: Das Edelmetall besitzt eine verführerische Ausstrahlung, die zu manchen Trägertypen und Anlässen ausgezeichnet passt. Sei es als perfekte Ergänzung zum geschmackvollen Anzug oder ganz lässig am braungebrannten Handgelenk zum Hawaiihemd. 

Hier stellen wir Ihnen fünf aktuelle Taucheruhren aus Gold vor, mit denen Sie sowohl am Schreibtisch als auch unter Wasser eine glänzende Figur machen. 

Omega Seamaster 300: Sedna- oder Gelbgold?  

Die Omega Seamaster 300 ist bereits seit 1957 fester Bestandteil im Omega-Katalog. Damals begann alles mit der Referenz CK2913, die den typischen Look der Reihe bis heute prägt. So sind der pfeilförmige Broad Arrow-Zeiger, trapezförmige Stundenindizes und arabische Zahlen bei 3, 6, 9 und 12 Uhr seit eh und je stilprägende Designelemente der Seamaster 300. Omega bietet das Modell in allen denkbaren Edelstahlversionen sowie einigen Varianten in Bicolor aus Edelstahl und Gold an.  

Zwei Modelle aus Gold überstrahlen die Reihe jedoch mit ihrem auffälligen Look. Während das 41 mm große Gehäuse sowie das Armband der Seamaster 300 Ref. 233.60.41.21.01.001 aus der hauseigenen 18-karätigen Roségold-Legierung Sedna-Gold bestehen, fertigt Omega die 233.60.41.21.01.002 komplett aus Gelbgold. Im starken Kontrast dazu steht jeweils das schwarze Zifferblatt in Sandwich-Bauweise, dessen Stundenmarkierungen mit farblich zum jeweiligen Gold passender Superluminova ausgeführt sind. Die Zeiger für Stunden, Minuten und Sekunden bestehen ebenfalls aus 18 Karat Gold. Omega verwendet wie bei allen aktuellen Modellen der Seamaster 300 Keramik für die Lünette, die Tauchskala hingegen besteht aus Gold. 

The classic Omega Seamaster 300 look, but in Sedna gold – the ref. 233.60.41.21.01.001
Der klassische Omega Seamaster 300 Look in Sedna-Gold – Ref. 233.60.41.21.01.001

Manch ein Träger einer der goldenen Seamaster 300 Modelle hätte sich wohl auch einen Gehäuseboden aus Gold gewünscht, doch dieser besteht aus Saphirkristall, um den Blick auf das Co Axial-Kaliber 8401 freigeben zu können. Schön anzusehen ist das Werk dank Unruh-Brücke und Rotor aus Gold allemal, Genfer-Streifen-Arabesken machen den edlen Look perfekt. Das Uhrwerk besitzt zwei Federhäuser und bietet eine Gangreserve von 60 Stunden. Da Omega seine Co Axial-Kaliber zudem mit einer Unruhfeder aus Silikon ausstattet, widersteht das Uhrwerk magnetischen Kräften von bis zu 15.000 Gauß. Wie alle modernen Seamaster 300 sind natürlich auch die Goldvarianten bis zu 300 m (30 bar) wasserdicht. 

So viel Gold und exquisite Technik haben natürlich ihren Preis. Während die Gelbgoldversion auf Chrono24 bei knapp 27.000 EUR liegt, ist die Uhr aus Sedna-Gold für ca. 1.000 EUR mehr zu haben. Damit liegen beide Modelle allerdings deutlich unter dem von Omega geforderten Listenpreis von 34.100 EUR. 

Ref. 233.60.41.21.01.002: The yellow gold Seamaster 300
Ref. 233.60.41.21.01.002: Seamaster 300 aus Gelbgold

Panerai Luminor Submersible Goldtech 42 mm  

Die Panerai Submersible Goldtech (Ref. PAM01164) ist eine weitere Taucheruhr aus Gold, die es verdient, näher betrachtet zu werden. Goldtech ist eine von Panerai selbst entwickelte Goldlegierung, die aufgrund eines gewissen Kupferanteils einen intensiven Rotton besitzt. Außerdem mischt Panerai Platin in das Edelmetall, wodurch es besser vor Oxidation geschützt sein soll.  

Die Reihe Submersible ist noch recht jung im Panerai-Katalog und erst seit 2019 eine eigenständige Kollektion. Zwar sind Ähnlichkeiten zur Luminor nicht von der Hand zu weisen, gewisse Designelemente machen die Submersible jedoch unverkennbar. Dazu gehören vor allem die einseitig drehbare Lünette sowie die Punktindizes, die lediglich bei 6 und 12 Uhr durch Stabindizes unterbrochen werden.  

Mit ihrem Durchmesser von „nur“ 42 mm ist die Submersible Goldtech für Panerai-Verhältnisse durchschnittlich groß. Das Gehäuse ist – typisch Panerai – kissenförmig und mit dem für die Marke charakteristischen, massiven Kronenschutz versehen, der ebenfalls aus Gold besteht. Im Gegensatz zu Rolex und Omega stattet Panerai die Submersible Goldtech nicht mit einem passenden Armband aus Gold aus, stattdessen wird die Uhr an einem schwarzen Panerai-Kautschukarmband getragen. 

In dem Goldstück gibt das automatische Panerai-Kaliber P900 den Takt vor, das eine Gangautonomie von drei Tagen bietet. Das Kaliber wird vom Uhrwerkhersteller ValFleurier, der – wie Panerai selbst – zur Richmond-Gruppe gehört, hergestellt. Betrachten kann man das wenig dekorierte Uhrwerk jedoch nicht, denn es wird von einem schwarzen Gehäuseboden aus Titan verdeckt. 

2020 machte Panerai mit dem Uhrwerk in einigen Fachmedien negative Schlagzeilen, da das Unternehmen ohne weitere Kommunikation ein Downgrade vornahm. So wurde der zuvor verfügbare Sekundenstopp aus dem Werk entfernt, was ein sekundengenaues Einstellen der Uhr schwer möglich macht. 

Panerai ruft für das Modell einen Preis von genau 29.000 EUR auf, der Marktpreis auf Chrono24 liegt bei ca. 24.000 EUR. 

Italienisches Taucheruhrendesign in Gold: Panerai Submersible Goldtech 42 mm
Italienisches Taucheruhrendesign in Gold: Panerai Submersible Goldtech 42 mm

Rolex Submariner Date Ref. 126618LB  

Eine goldene Submariner ist in diesem Text obligatorisch. Schauen wir uns daher die Submariner Date (Ref. 126618LB) aus Gelbgold mit blauem Zifferblatt einmal genauer an.  

Die Submariner Date 126618LB (LB steht für Lunette Bleue) erschien 2020. Wie auch die zeitgleich vorgestellten Varianten aus Edelstahl, besitzt die Uhr einen Durchmesser von 41 mm, womit sie um genau 1 mm größer ist, als Ihre Vorgängerin, die Submariner Date 116618LB. Mit dem vergrößerten Gehäuse erhielt die Uhr auch ein neues Armband, dessen Bandanstoßbreite von 20 mm auf nun 21 mm anwuchs. Zwar sind diese Größenupdates recht dezent, am Arm machen sich die wenigen Millimeter jedoch deutlich bemerkbar.  

Wie bei den Goldausführungen der Omega Seamaster 300, bestehen bei der Submariner Date das Gehäuse und das Armband aus 18 Karat Gold. Das blaue Zifferblatt ist mit einem schimmernden Sonnenschliff versehen, welcher der Uhr noch mehr Glanz verleiht, als sie ohnehin schon ausstrahlt. Zum Zifferblattdesign muss man nicht mehr viel schreiben, außer, dass es dem einer Rolex Submariner Date entspricht. In diesem Fall sind die Punktindizes aus Chromalight in Gelbgold eingefasst, das Datum samt der Lupe befindet sich erwartungsgemäß bei 3 Uhr. Die charakteristischen Mercedes-Zeiger bestehen – passend zu Gehäuse und Armband – aus Gelbgold. Die blaue Lünette ist aus einer Keramik gefertigt, die bei Rolex unter dem Namen Cerachrom bekannt ist. Getragen wird die 126618LB am beliebten Oyster-Band, das bei dieser Variante polierte Mittelglieder besitzt. 

In der Uhr schlägt das Rolex Manufakturkaliber 3235. Wie alle Kaliber des Herstellers, besitzt auch dieses Uhrwerk ein Chronometer-Zertifikat. Außerdem verfügt das Werk über eine Chronergy-Hemmung aus einer Nickel-Phosphor-Legierung, wodurch es unempfindlich gegenüber Magnetfeldern ist.  

Der Rolex-Listenpreis von 35.500 EUR fällt gegenüber dem der Panerai Submersible, die kein Armband aus Gold bietet, fast schon moderat aus. Schauen wir uns die aktuelle Marktlage jedoch genauer an, stellen wir fest, dass die Rolex im ungetragenen Zustand kaum unter 47.000 EUR zu haben ist. Immerhin: rund 9.000 EUR günstiger als noch im April 2022. Unter der Referenznummer 126618LN (Lunette Noire) finden Sie das Modell übrigens mit schwarzem Zifferblatt und schwarzer Lünette. 

The Rolex Submariner looks great in gold, either with a blue or black dial

Macht mit blauem oder schwarzem Zifferblatt eine glänzende Figur: Rolex Submariner in Gold

Tudor Black Bay 18k – grünes Zifferblatt und Aluminiumlünette

Das Rolex-Schwesterunternehmen Tudor blickt mittlerweile auf eine fast 100-jährige Geschichte zurück. Seit jeher gilt der Hersteller als preiswerte Alternative zu der großen Marke mit der Krone. In den vergangenen rund 10 Jahren konnte Tudor sich jedoch einen großen Schritt aus dem Schatten des Mutterkonzerns hinausbewegen. Dies gelang hauptsächlich mit der 2011 erstmals vorgestellten Taucheruhrenkollektion Black Bay, die Tudor zunächst in einer 41 mm großen Version aus Edelstahl vorstellte. Das klassisch-schlichte Taucheruhrendesign der 1950er-Jahre mit Punktindizes, einer burgunderroten Lünette und Snowflake-Zeigern traf damals auf Anhieb den Geschmack des breiten Publikums. Nach etlichen weiteren Farbvarianten der 41 mm großen Black Bay folgte 2018 mit der Tudor Black Bay Fifty-Eight eine abgespeckte Version, die auf moderate 39 mm schrumpfte und mit einer Bauhöhe von 12 mm deutlich flacher ausfiel als das Ursprungsmodell. 

Tudor präsentierte 2020 unter der Referenz M79018V-0001 die Black Bay Fifty-Eight 18K. Das Top-Modell der Reihe Black Bay Fifty-Eight besitzt ein Gehäuse aus 18-karätigem Gelbgold. Während goldene Submariner von Rolex in den Zifferblattfarben Schwarz oder Blau erhältlich sind, setzt Tudor für die Fifty-Eight auf ein tiefes Grün, das einen attraktiven Kontrast zum Goldgehäuse bietet. In derselben Farbe ist auch die Lünetteneinlage ausgeführt. Diese besteht aus Aluminium, was für viele Taucheruhrenfans noch immer das Material der Wahl ist. 

Seit 2015 verwendet Tudor für die Reihe Black Bay Fifty-Eight Manufakturkaliber. Herzstück der Black Bay Fifty-Eight 18K bildet das Chronometer-zertifizierte Automatik-Kaliber MT5400 mit einer Gangreserve von 70 Stunden. 

Im Originalset sind zwei Armbänder enthalten: ein grünes Textilband mit goldfarbenen Streifen und ein dunkelbraunes Armband aus Alligatorleder. Ersteres passt perfekt zur Uhr und verleiht ihr trotz des schimmernden Auftritts einen gewissen Toolwatch-Charakter. 

Während der Listenpreis für dieses Modell bei 15.610 EUR liegt, können Sie auf Chrono24 bereits für rund 14.000 EUR zuschlagen. 

The Tudor Black Bay Fifty-Eight 18K ref. M79018V-0001 – elegant in green and gold
Eleganz in Gold und Grün – Tudor Black Bay Fifty-Eight 18K (Ref. M79018V-0001)

Blancpain Fifty Fathoms Automatique 

Die bereits im Jahr 1735 gegründete Luxusuhrenschmiede Blancpain ist einer der weltweit ältesten Uhrenhersteller. 1953 begann die Erfolgsstory der Blancpain Taucheruhr Fifty Fathoms, die das Unternehmen noch vor der Submariner von Rolex vorstellte. Der Name der für die französische Marine entwickelte Uhr geht auf die Wasserdichtigkeit des Ursprungsmodells zurück. Diese betrug 50 nautische Fäden (Fathoms), was einer Tauchtiefe von exakt 91,44 Metern entspricht. Zur damaligen Zeit war das ein bahnbrechender Wert. Moderne Fifty Fathoms bieten eine Wasserdichtigkeit von 300 m (30 bar). 

Die Blancpain Fifty Fathoms durchlief in den vergangenen Jahrzehnten eine ganz ähnliche Entwicklung wie die Rolex Submariner, die von der professionellen Toolwatch für Unterwassereinsätze zum luxuriösen Zeitmesser für Deskdiver wurde. In den nun fast 70 Jahren ihrer Existenz präsentierte Blancpain unzählige Varianten der Uhr, darunter auch die Fifty Fathoms Automatique (Ref. 5015A 3630 63B). 

Mit ihrem Durchmesser von 45 mm ist dieses Modell die mit Abstand größte Uhr in dieser Liste. Auch die Höhe des Gehäuses aus 18 Karat Rotgold ist mit 15,5 mm stattlich. Zum Vergleich: Die Rolex Submariner ist nur etwa 12,5 mm hoch. Sie sollten demnach schon ein kräftiges Handgelenk besitzen, um diese Variante souverän tragen zu können. 

Optisch orientiert sich das Modell an Fifty Fathoms-Varianten, die Blancpain in den 1960er-Jahren herstellte. Damals fielen die Uhren jedoch noch bedeutend kleiner aus. Auf dem schwarzen Glanz-Zifferblatt befinden sich in Rotgold eingefasste Trapezindizes sowie arabische Zahlen bei 3, 6, 9 und 12 Uhr. Auffällig ist die große schwarze Keramiklünette, die über eine Tauchskala aus Superluminova verfügt. 

In der Fifty Fathoms Automatique tickt das Blancpain Manufakturkaliber 1315, das eine beachtliche Gangreserve von 120 Stunden bzw. fünf Tagen bietet. Neben der klassischen Anzeige für Stunden, Minuten und Sekunden besitzt die Uhr ein Datum, das bei 4:30 Uhr platziert ist. Blancpain bietet die Uhr an einem braunen Lederarmband mit Kautschukfutter an. 

Die Wertentwicklung für die Fifty Fathoms Automatique aus Rotgold ist sehr gut. So kostete die Uhr im neuwertigen Zustand im Oktober 2020 noch rund 22.000 EUR, während Sie im Oktober 2022 bereits über 25.000 EUR anlegen müssen. 

The Blancpain Fifty Fathoms Automatique ref. 5015A 3630 63B – gigantic and gold
Groß und goldig: Blancpain Fifty Fathoms Automatique, Ref. 5015A 3630 63B

Hiermit endet diese Liste der fünf vielleicht spannendsten Taucheruhren aus Gold, die zum aktuellen Katalog der Hersteller gehören. Welche ist Ihr Favorit? 


Über den Autor

Sebastian Swart

Chrono24 nutze ich privat bereits seit vielen Jahren zum An- und Verkauf, aber auch zur Recherche. Von Uhren bin ich fasziniert, solange ich denken kann. Bereits …

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