02/15/2024
 5 Minuten

Fünf Details, die eine Uhr perfekt machen

Von Kristian Haagen
Fünf Details, die eine Uhr perfekt machen

Fünf Details, die eine Uhr perfekt machen

Als ich gebeten wurde, über fünf Dinge zu schreiben, die ich an einer bestimmten Uhrenmarke liebe, oder fünf Komplikationen, die mir gefallen, habe ich einen anderen Weg eingeschlagen: Warum nicht fünf Details beschreiben, die eine Uhr perfekt machen?

In den über drei Jahrzehnten als Uhrensammler bin ich schon auf so manchen außergewöhnlichen Zeitmesser gestoßen. Einige von ihnen stachen aus der Menge heraus, da sie bestimmte Merkmale aufwiesen, die sie auf ein höheres Niveau hoben.

Entdecken Sie meine fünf Favoriten, die mit idealen Maßen, makelloser Ablesbarkeit, Ikonenstatus, zeitlosem Design und zuverlässigen Uhrwerken aufwarten können. Lassen Sie uns die Anziehungskraft dieser Zeitmesser in einer losen Reihenfolge erkunden.

Rolex Submariner

Eine der Uhren, die in diesem Artikel Erwähnung finden sollten, ist die berühmte Rolex Submariner. Die 1953 vorgestellte Submariner diente als Reaktion darauf, dass Tiefseetauchen nicht mehr den Marineangehörigen auf der ganzen Welt vorbehalten war, sondern auch von Jacques Cousteau-Nachahmern und Unterwasserforschern betrieben wurde. Wir einfachen Sterblichen sehnten uns auch nach einer Uhr, die wir in der Dusche tragen konnten, wenn wir vom Kanu in den See oder vom Sprungbrett in den Pool sprangen.

Rolex Submariner 5512 from 1968.
Rolex Submariner 5512 von 1968

Die Submariner, die sich von Beginn an dem aktiven Lebensstil verschrieben hat und die Handgelenke von Ikonen wie James Bond, Steve McQueen und Jeff Bridges zierte, hat zu Recht ihren Platz in der Uhrengeschichte eingenommen.

Meine Favoriten aus der Submariner-Kollektion sind die Referenzen 5513 und 5512, die 1959 bzw. 1962 vorgestellt wurden. Beide haben eine universelle Größe von 40 mm sowie ein Zifferblatt-Layout, von dem man die Zeit selbst mit schlechten Augen perfekt ablesen kann. Möglich machen dies die großen, kontrastierenden Indizes auf dem schwarzen Blatt sowie die breiten Zentralzeiger.

Verkürzt gesagt hat sich die No Date-Submariner seit der Vorstellung der 40-mm-Version 1959 kaum verändert. 1985 wurde das matte Zifferblatt der Ref. 5513 gegen ein glänzendes getauscht und die Indizes aus Weißgold gefertigt. Ab 1989 übernahm dann die Ref. 14060, und erst mit der Einführung der Ref. 124060 im Jahr 2020 änderte sich der Durchmesser der No Date von 40 auf 41 mm.

Instead of 40, we have a 41 mm case diameter.
Von 40 mm auf 41 mm Gehäusedurchmesser

Trotz der dezenten Größenanpassung bietet die Rolex Submariner No Date nach wie vor die perfekte Symbiose von Form, Funktion, Ästhetik sowie Technik in Gestalt des grundsoliden Automatikkalibers 3230.

Rolex Explorer

Wir setzen unsere Reise mit „der Krone“ fort. Diese 36-mm-Explorer steht ihrem wasserdichten Pendant in nichts nach. Die 1960 vorgestellte Explorer Ref. 1016 war und ist bis heute eine der Lieblingsuhren vieler National-Geographic-Fans und Rolex-Sammler.

Es wird angenommen, dass der Modellname höchstwahrscheinlich von jener Uhr inspiriert war, die bei der britischen Mount-Everest-Expedition 1953 dabei war und zwei Jahre später als Explorer Ref. 6610 vorgestellt wurde. Dies war die erste Expedition, bei der der Gipfel des Mount Everest erreicht wurde – ein Meilenstein, den viele Menschen mit Uhren verbinden.

Die Explorer Ref. 1016 bietet einen angenehmen Durchmesser von 36 mm – heute eine allseits beliebte Unisex-Größe – und ein schwarzes Zifferblatt mit arabischen Ziffern bei 3, 6 und 9, was eine optimale Ablesbarkeit ermöglicht. Dieses Detail hätten Tenzing Norgay und Sir Edmund Hillary zweifelsohne an der Explorer geschätzt – wäre sie 1953 Teil ihrer Ausrüstung gewesen.

Vintage Rolex Explorer with rusty brown dial and steel case.
Arabische Ziffern bieten den abenteuerlustigen Trägern der Rolex Explorer bessere Ablesbarkeit.

Die Rolex Explorer Ref. 1016 ist bekannt für ihre gute Ablesbarkeit und schlichte Eleganz. Dank ihrer Wurzeln als Toolwatch und der zeitlosen Optik ist sie die perfekte Kandidatin für eine Ein-Uhren-Sammlung.

Ich persönlich bin noch immer auf der Jagd nach der perfekten Explorer Ref. 1016 mit einem Glanzzifferblatt und vergoldeten Beschriftungen aus dem Produktionszeitraum 1960-66.

Omega Speedmaster

Jeder kennt die Omega Speedmaster, die vom Rennsport inspirierte Uhr, die 1957 zusammen mit der Seamaster 300 und der Railmaster vorgestellt wurde. Die Speedmaster landete im Endeffekt nicht an den Handgelenken von Autoliebhabern – sondern auf dem Mond. Im Jahr 1967 wurde sie als Dienstuhr für flugberechtigtes NASA-Personal auserkoren und von der NASA für sämtliche Astronauten offiziell zertifiziert.

Die Speedmaster befand sich an Buzz Aldrins Handgelenk, als er im Juli 1969 den Mond betrat. Neil Armstrong, der erste Mann auf dem Mond, hatte seine Omega Speedmaster indes auf der Landefähre Eagle gelassen.

The Omega Speedmaster performs its timekeeping duty.
Die Omega Speedmaster sorgt für eine tadellose Zeitmessung.

Die 42 mm große Speedmaster Pro, auch bekannt als Speedmaster Moonwatch, ist eine Designikone der Uhrenwelt. Sie ist mit dem Handaufzugs-Chronographenwerk des Ursprungsmodells von 1957 ausgestattet und flugberechtigt für alle bemannten Weltraummissionen (wie auf dem Gehäuseboden der Speedmaster Pro zu lesen ist) – da sollte sich kein Träger Sorgen um die Präzision machen, denn was im Weltraum funktioniert, sollte für den Otto Normalverbraucher locker ausreichen.

Das schwarze Step Dial der Speedmaster mit weißen Indizes, abgesetzten Hilfszifferblättern und weißen Zeigern sorgt für tolle Ablesbarkeit. Auch das Zifferblattdesign der Speedmaster Pro ist fantastisch. Diese Uhr verdient ganz klar eine Top-Platzierung in diesem Artikel dank ihrer idealen Größe, der perfekten Ablesbarkeit, ihrem Ikonenstatus, dem zeitlosen Design sowie dem zuverlässigen Kaliber.

Heuer Carrera

Eine andere Uhr, bei der es vor allem um Geschwindigkeit geht, ist die Heuer Carrera (genau, die ohne „TAG“ im Namen). Die Heuer Carrera ist unter der Ägide von Jack Heuer entstanden und wurde nach der legendären Carrera Panamericana in Mexiko benannt („carrera“ bedeutet auf Spanisch „Rennen“).

Der Gehäusedurchmesser der Original-Carrera von 1963 betrug 36 mm, was damals wie heute eine perfekte Größe war. Obwohl die Carrera seitdem in verschiedenen Größen aufgelegt wurde, gab es sie nie in Übergröße. Man stelle sich nur vor, TAG Heuer hätte es gewagt, eine 48-mm-Carrera vorzustellen, als besonders große Uhren im Trend waren. Damit wäre die Eleganz von Jack Heuers Ursprungsvision komplett verlorengegangen.

Vintage watch from TAG Heuer. Carrera chronograph with white dial.
Zeitlose Eleganz: eine Carrera von 1965

Die erste Generation der Heuer Carrera war mit dem Handaufzugswerk Valjoux Kaliber 72 ausgestattet – dem gleichen Werk, das man auch in den vierstelligen Referenzen der Rolex Daytona findet. Bei längerem Hinsehen erkennt man auch die große Ähnlichkeit der beiden Uhren. Wenn Sie mich fragen, war die Carrera in den 60er- und 70er-Jahren die elegantere Variante.

Die aktuelle und sehr chice Carrera wurde unter der Geschäftsführung von Frédéric Arnault eingeführt, der kürzlich zum CEO der Uhrensparte von LVMH ernannt wurde. Die 2023er-Version dieser legendären Uhr bietet ein klares Zifferblattdesign mit einem Box-Saphirglas als Hommage an die ersten Generationen dieses berühmten Zeitmessers.

Die neue Carrera besitzt einen aktualisierten Durchmesser von 39 mm – eine perfekte, universelle Größe – und ist mit dem Automatikwerk TH20-00 ausgestattet.

Modern Carrera Chronograph from TAG Heuer. Black dial with silver totalizers.
Die neue Carrera hat ideale Abmessungen und ein zuverlässiges Werk.

Ich muss zugeben, ich bin von der neuen Carrera richtig begeistert. Während die erste Generation mit makelloser Ablesbarkeit, einem diskreten Datumsfenster sowie Ikonenstatus und zeitlosem Design aufwartete, bietet die neue Generation zwei neue Merkmale der Perfektion: eine ideale Größe und ein zuverlässiges Uhrwerk.

IWC Portugieser Chronograph

Obwohl die IWC Portugieser auf das Jahr 1939 zurückdatiert, war es erst der 41 mm große Portugieser Chronograph von 1998, der dem Modell zum Perfektionsstatus verhalf. Als ich jedoch ein Exemplar der Referenz 3714 mit einem Zifferblatt in Silber und einer optisch ansprechenden Kombination aus vergoldeten Stunden- und Minutenzeigern sowie gebläuten Chronographenzeigern erwarb, war ich verzückt – selten habe ich solch ein perfektes, wohldurchdachtes Zifferblattdesign mit einer knackigen Minutenskala am Rehaut zu Gesicht bekommen.

Natürlich könnte man argumentieren, dass die Rattrapante-Version des Portugieser Chronograph von 1995 mit der Referenz 3712, die aus der Feder des Uhrmachermeisters Richard Habring stammt, genauso perfekt war wie die 1998er-Automatikversion Ref. 3716.

You must admit - the IWC Portuguese Chronograph is a handsome watch! Der IWC Portugieser Chronograph ist zweifelsohne eine tolle Uhr. Der automatische Aufzug birgt den großen Vorteil, dass man sie nicht alle paar Tage per Hand aufziehen muss.

Mit einem Durchmesser von 41 mm bietet der Portugieser Chronograph Ref. 3716 eine perfekte Präsenz am Handgelenk. Die Gehäusehöhe von nur 13 mm trägt zusätzlich zum Tragekomfort bei. Allerdings ist die aktuelle Variante etwas besser als das Original, da diese mit einem Sichtboden aus Saphirkristall angeboten wird, welcher den Blick auf das beeindruckende Manufakturkaliber 69355 freigibt.


Über den Autor

Kristian Haagen

Ich habe mit etwa 20 Jahren angefangen, Uhren zu sammeln. Am liebsten mag ich Vintage-Uhren. Mit ihnen sind oft faszinierende Geschichten und coole Hintergründe verbunden. Ihre Herkunft kann eine Uhr viel interessanter machen, als es jede noch so tolle neue Uhr ohne Hintergrund-Story je sein könnte.

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