11/24/2022
 6 Minuten

Die 5 besten Uhren-Investitionen für 2023

Von Jorg Weppelink
Vacheron-Constantin-2-1

Uhrenliebhaber kaufen Uhren ja eigentlich, um sie zu tragen. Allerdings ist in den letzten zehn Jahren die Zahl der Leute, die sie stattdessen als Investitionsobjekte betrachten, rapide gestiegen. Mit mechanischen Luxusuhren lässt sich gutes Geld verdienen, wenn man weiß, in welche Modelle man investieren muss. Doch 2022 sind die Preise für einige der beliebtesten Uhren gesunken, die als absolut sichere Investition galten. Gewinne sind nicht mehr selbstverständlich. Am stärksten betroffen sind die Audemars Piguet Royal Oak sowie die Nautilus und die Aquanaut aus dem Hause Patek Philippe.   

Lohnt es sich also nicht mehr, in diese Uhren zu investieren? Ehrlich gesagt würde ich fürs Erste nicht empfehlen, Geld für eines dieser Modelle auszugeben, vor allem, wenn man schnell Gewinne erzielen möchte. Wenn Zeit keine Rolle spielt, kann es sich dagegen vielleicht noch lohnen, eine solche Uhr zu kaufen und abzuwarten, wie sich die Preise in Zukunft entwickeln. Wir stellen Ihnen heute fünf Uhren vor, die im Wert gestiegen sind und eine gute Investition für 2023 darstellen. Omega- und Rolex-Fans finden Tipps in unseren zwei Extra-Artikeln zu diesen Herstellern. Hier konzentrieren wir uns auf andere Marken. 

1. IWC Ingenieur SL „Jumbo“ Ref. 1832

The IWC Ingenieur SL "Jumbo"
IWC Ingenieur SL „Jumbo“

Die erste Uhr auf dieser Liste gehört zur berühmten Sportuhren-Trilogie von Gérald Genta. Die IWC Ingenieur SL „Jumbo“ Ref. 1832 wurde 1976 vorgestellt. Im selben Jahr erschien auch die Patek Philippe Nautilus. Gentas Ingenieur war eine brillante, moderne Interpretation des IWC-Modells für Ingenieure aus den 1950er-Jahren. Gentas Konzept passte wunderbar zum Profil dieser Uhr. Charakteristisch ist das runde 40 mm große Gehäuse mit integriertem Armband. Gentas Trilogie experimentiert auf beeindruckende Weise mit verschiedenen Formen: achteckig für die Royal Oak, quadratisch für die Nautilus und rund für die Ingenieur. Im Grunde verwendete er für seine modernen Sportuhren alle logischen, symmetrischen Formen.  

Die IWC Ingenieur ist nicht so schlank wie die Audemars Piguet Royal Oak oder die Patek Philippe Nautilus. Das liegt an dem antimagnetischen Gehäuse, das die Uhr vor den starken Magnetfeldern schützen soll, in denen Ingenieure häufig arbeiten. Im Innern dieses besonderen Gehäuses tickt das antimagnetische IWC-Kaliber 8541ES mit Automatikaufzug, das für die Aufgabe perfekt geeignet ist. Mehr Technik-Flair bietet die Vorderseite der Uhr, die mit einem schwarzen oder grauen Zifferblatt erhältlich ist. Bei beiden Versionen fasziniert ein von Millimeterpapier inspiriertes Design. Es verleiht dem Zifferblatt eine großartige Textur und Tiefe, die perfekte Illustration für die Historie der IWC Ingenieur SL „Jumbo“ Ref. 1832 – Ein einzigartiges Stück Uhrengeschichte. Auch wenn sie bei Weitem nicht so populär ist wie die Royal Oak und die Nautilus, hat die Ingenieur doch die gleiche Genta-DNA. Die Preise für eine Genta-Ingenieur liegen zwischen 27.000 und 34.000 Euro. In Anbetracht ihrer Geschichte und ihres Erbes scheint es nur logisch, dass die Preise für dieses Modell im Laufe der Zeit weiter steigen werden. 

2. Patek Philippe Ref. 5172G Chronograph

The Patek Philippe ref. 5172G chronograph
Patek Philippe ref. 5172G chronograph

Vor nicht allzu langer Zeit wurden noch astronomische Preise für die Patek Philippe Nautilus und Aquanaut gezahlt. Langsam kehren sie jedoch wieder auf den Boden der Tatsachen zurück, was nicht gerade dafür spricht, jetzt noch in diese Modelle zu investieren. Allerdings hat Patek Philippe ja noch andere, genauso atemberaubende Modelle im Angebot. Ein anschauliches Beispiel ist die Patek Philippe Ref. 5172G Chronograph. Sie wird von Patek-Fans gefeiert, die die klassische Seite der Marke lieben. Die 5172G ist ein Chronograph aus Weißgold mit dunkelblauem Zifferblatt und Armband aus dem Jahr 2019. Anfang 2022 stellte die Marke eine zweite Version vor, ebenfalls mit Weißgoldgehäuse, diesmal jedoch kombiniert mit einem lachsfarbenen Zifferblatt und einem braunen Armband. In diesem Artikel konzentrieren wir uns auf das Modell, das 2019 auf den Markt kam und sich seitdem finanztechnisch sehr gut entwickelt hat. 

Das 41 mm  große Weißgoldgehäuse der Uhr ist nur 11,45 mm hoch. Für einen Chronographen ist das recht schlank, was sich in gutem Tragekomfort niederschlägt. Deckglas und Sichtboden bestehen aus Saphirglas. Hinter dem Sichtboden präsentiert sich das beeindruckende Patek Philippe Kaliber CH 29-535 PS mit Handaufzug. Dieses Uhrwerk ist ein Kunstwerk und ebenso faszinierend wie die Vorderseite der Uhr. Dort prangt ein blau lackiertes Zifferblatt mit applizierten arabischen Ziffern aus Weißgold. Mein persönliches Highlight sind die Chronographendrücker, die von der legendären Patek Philippe 1463 „Tasti Tondi“ aus den 1950er-Jahren inspiriert sind. Die Uhr ist mit einem passenden blauen Lederarmband versehen. Dank dessen Farbe ist die wunderschöne Uhr fest in der Vergangenheit verwurzelt und doch sehr modern. Die Preise für die 5172G stiegen im Laufe der Zeit allmählich und liegen heute zwischen etwa 67.000 Euro und 82.000 Euro. Es würde mich nicht überraschen, wenn sich besonders am unteren Ende dieser Spanne im Laufe der Zeit einiges tun würde. 

3. Breitling Navitimer 806 1959 Re-Edition

The Breitling Navitimer 806 1959 Re-Edition
Breitling Navitimer 806 1959 Re-Edition

Die nächste Uhr auf unserer Liste ist die Breitling Navitimer 806 1959 Re-Edition. Diese moderne Neuauflage der klassischen Navitimer 806 ist eine geniale Uhr, die schon in ihrem Erscheinungsjahr 2019 allseits gefeiert wurde. Die meisten von Ihnen kennen die Navitimer sicher als „die Uhr mit dem Rechenschieber und dem Reverse Panda Dial“. Allerdings hatte der Zeitmesser bereits während der ersten Dekade ein komplett schwarzes Zifferblatt mit schwarzen Hilfszifferblättern und war nur am Rand mit einem weißen Ring versehen. Deswegen hieß sie auch „All Black“. Die Neuauflage dieses Breitling-Klassikers verfügt über nahezu die gleichen Spezifikationen wie das Original von 1959. 

Hinzu kommen ein 40 mm großes Edelstahlgehäuse mit einer Höhe von 12,86 mm, einer Anstoßbreite von 22 mm sowie einer Lünette mit 94 Perlen – genau wie beim Original. Der größte Unterschied besteht im Uhrwerk: In der Version von 2019 tickt ein modernes Breitling B09-Kaliber. Es ist ein willkommenes Update für das berühmte Venus 178-Werk der Originaluhr. Insgesamt stellte Breitling 1.959 Exemplare dieser fantastischen, limitierten Neuauflage her. Die waren natürlich schnell vergriffen. Ende 2021 schossen die Preise für dieses Modell in die Höhe. Vom allgemeinen Preissturz im Jahr 2022 waren die Uhren kaum betroffen und da es sich um eine limitierte Edition handelt, gehe ich davon aus, dass der Preis noch weiter steigen wird.  

4. Girard-Perregaux Laureato 42 Infinity Edition

The Girard-Perregaux Laureato
Girard-Perregaux Laureato

Wer mit der Geschichte der modernen Sportuhren mit integriertem Armband vertraut ist, hat wahrscheinlich schon von der Girard-Perregaux Laureato gehört. Der Name Laureato tauchte zum ersten Mal 1975 auf, ein Jahr, bevor Gentas Nautilus und Ingenieur auf den Markt kamen. Die Laureato war eine moderne Sportuhr mit einem sehr schlanken Gehäuse, einer etwas erhabenen achteckigen Lünette und einem integrierten Armband. Im Grunde unterschied sie sich von den Modellen der Genta-Trilogie nur durch ihr Quarz-Uhrwerk, das für die Uhrenfans dieser Zeit ein großer Pluspunkt war. In den 1970er-Jahren waren Quarzuhren der letzte Schrei, und so wurde die Girard-Perregaux Laureato schnell zum Star. Die aktuelle Laureato-Kollektion wurde 2016 vorgestellt und ist eindeutig von diesem ersten Modell inspiriert. 

Girard-Perregaux kreierte die auf nur 188 Exemplare limitierte Laureato 42 Infinity Edition für das deutsche Juwelierhaus Wempe. Die Uhr hat ein 42 mm großes Gehäuse, das nur 10,7 mm hoch ist. Im Innern des Gehäuses tickt das Inhouse-Automatikkaliber GP01800-1404. Von den anderen Modellen hebt sich diese Laureato durch ihr beeindruckendes, schwarzes Onyx-Zifferblatt ab. Während die Zifferblätter der regulären Modelle mit einem „Clou de Paris“-Motiv versehen sind, ist dieses tiefschwarze Zifferblatt einfach umwerfend. Alle 188 Exemplare sind bereits ausverkauft. Bei der Einführung 2020 lag der Preis bei ca. 12.500 Euro. Aktuell bewegen sich die Preise zwischen etwa 17.000 Euro und 20.000 Euro. In Anbetracht der limitierten Auflage und der eleganten Ästhetik kann ich mir vorstellen, dass hier mit der Zeit noch mehr drin ist.  

5. Vacheron Constantin Overseas 4500V Brown Dial

The Vacheron Constantin Overseas 4500V
Vacheron Constantin Overseas 4500V

Wahrscheinlich ist Ihnen die Vacheron Constantin Overseas schon einmal begegnet. Ich habe sie bereits letztes Jahr in der Liste der investitionstauglichen Uhren vorgestellt. Zwar sind die Preise der Overseas 4500V lange kontinuierlich gestiegen, allerdings gab es auch schon leichte Rückgänge. Falls Sie mit der Marke und der Uhr nicht so gut vertraut sind, hier ein kurzer Überblick: Zusammen mit Patek Philippe und Audemars Piguet bildet Vacheron Constantin das „Heilige Dreigestirn“ der Schweizer Uhrmacherkunst. Gibt es eine bessere Adresse für geniale, moderne Luxus-Sportuhren aus Edelstahl? Die Overseas ist von der Vacheron Constantin 222 aus den 1970er-Jahren inspiriert, die Anfang dieses Jahres in Form einer modernen Uhr aus Massivgold wieder ins Rampenlicht zurückgekehrt ist. Die Overseas dagegen illustriert eindrucksvoll, was die Vacheron Constantin unter einer modernen Sportuhr versteht.  

Die Vacheron Constantin Overseas 4500V spielt in derselben Liga wie die Nautilus und die Royal Oak und erfreut sich seit einigen Jahren zunehmender Beliebtheit. Ihre Preise sind jedoch bei weitem nicht so astronomisch wie die ihrer legendären Konkurrenten. Die aktuell erhältlichen Versionen der Overseas sind in letzter Zeit sogar etwas günstiger geworden, genau ihre Mitbewerber. Ein besonderes Modell ist jedoch immer noch recht preisintensiv und wird es wahrscheinlich auch bleiben, weil es nicht mehr hergestellt wird: die Overseas 4500V mit braunem Zifferblatt, die nur ein Jahr lang (2016-2017) produziert wurde. Das dunkelbraune Zifferblatt verleiht der Uhr eine zusätzliche Dimension, die sie zu etwas ganz Besonderem macht. Sie zeichnet sich durch eine Eleganz und Klasse aus, die meines Erachtens in der Kategorie der modernen Edelstahl-Sportuhren mit integrierten Armbändern ihresgleichen sucht. Die Preise für die Overseas 4500V mit braunem Zifferblatt beginnen bei ca. 38.000 Euro und gehen bis ca. 62.000 Euro. Da es nicht mehr so viele Exemplare auf dem Markt gibt und der Hersteller das braune Zifferblatt nicht mehr im Katalog hat, könnte diese schöne Overseas 4500V erheblich an Wert gewinnen. 

Damit ist unsere Liste der investitionstauglichen Luxusuhren für 2023 komplett. Was bleibt mir noch zu sagen? Kreditkarte einpacken und Petri Heil! 


Über den Autor

Jorg Weppelink

Hallo, ich bin Jorg und schreibe seit 2016 Artikel für Chrono24. Meine Beziehung zu Chrono24 reicht jedoch deutlich weiter zurück, denn meine Liebe zu Uhren erwachte …

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